Mittelohrentzündung

1. Was ist eine Mittelohrentzündung? Wo ist das Mittelohr? Was hilft gegen ständige MO-Entzündungen? Die Mittelohrentzündung ist wie der Name bereits sagt, eine Erkrankung des Mittelohres. Die bekannteste Form ist die akute Mittelohrentzündung und tritt häufig bei Säuglingen und Kleinkindern, aber auch bei Erwachsenen auf.

2. Mittelohrentzündung Arten und Vorkommen

Hauptaufgabe des Mittelohres ist es, den Luftschall über das Trommelfell und die Gehörknochen (Hammer, Amboss, Steigbügel) auf das Innenohr zu übertragen. Bei vielen Erkrankungen des Mittelohres wird diese Funktion gestört. Ein Schwachpunkt des Mittelohres ist die Eustachische Röhre (tuba auditiva = Ohrtrompete) welche die Paukenhöhle und den Rachen miteinander verbindet. Bei Tubenfunktionsstörungen welche häufig Vorkommen werden die Belüftung und der Druckausgleich gestört. Dies verursacht eine Reaktion der Mittelohrschleimhaut. Die Tube gilt dann als potentielle Eintrittspforte für Erreger. Mit Arten einer Mittelohrentzündung ist nicht zu spassen, denn in unmittelbarer Umgebung passieren wichtige Gefässe und Nerven welche angegriffen werden können und lebensbedrohliche Komplikationen auslösen können. Man unterscheidet Tubenfunktionsstörungen wie den Tubenkatarrh/ Tubenmittelohrkatarrh auf welche wir hier nicht näher eingehen und eine akute Mittelohrentzündung (otitis media acuta) sowie chronische Mittelohrentzündung (otitis media chronica).

3. Symptome einer akuten Mittelohrentzündung (otitis media acuta)

Die akute Mittelohrentzündung wird meist durchüber die Eustachische Röhre aufsteigende Erreger ausgelöst. Es bildet sich eine starke Entzündung der Paukenhöhlenschleimhaut. Typische Symptome sind stechende Schmerzen und Klopfen im Ohr, Ohrgeräusche und eine Schwerhörigkeit (Schallleitung). Der Patient hat in der Regel Fieber, Kopfschmerzen und sein Allgemeinbefinden ist herabgesetzt. Der sich im Mittelohr entstehende Eiter kann sich durch das Trommelfell «durchfressen» und in den Gehörgang fliessen (Otorrhoe), was in der Regel die Schmerzen lindert. Eine akute Mittelohrentzündung heilt innerhalb 2-3 Wochen.

4. Symptome einer chronischen Mittelohrentzündung (otitis media chronica)

Die chronische Mittelohrentzündung ist wie es der Name bereits sagt, chronisch (andauernd). Es gelten vorerst die Symptome der akuten MO-Entzündung. Jedoch besteht ein andauernder (persistierender) Trommelfelldefekt, währenddessen normalerweise eine Trommelperforation (Riss, Loch) innerhalb von Wochen spontan zuheilt. Dann wird jedoch zwischen «trockener» und «feuchter/nässender» Form unterschieden. Bei der trockenen Form sind keine Zeichen einer aktiven Schleimhautentzündung erkennbar. Bei der feuchten tritt ein Sekret (Eiter) auf. Die infektiösen Erreger (Bakteriell) nutzen die Perforation des Trommelfells als Eintritt zum Mittelohr. Dies im Gegensatz zur akuten Mittelohrentzündung wo die Infektion über die tuba eustachii führt. Die Symptome sind eine zentrale Trommelfellperforation. Sprich der Rand des Trommelfells (anulus fibrosus) ist erhalten. Eine Schwerhörigkeit (Schalleitungsschwerhörigkeit) tritt ein, sowie ein Sekret macht sich bei der «feuchter/nässender» Form im Gehörgang breit.

5. Mittelohrentzündungen häufig bei Kindern mit Paukendrainage

Kinder neigen besonders oft zu einer Mittelohrentzündung welche häufig mit einem «Paukenröhrchen» behandelt werden. Nicht jedoch nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen wird dies so gehandhabt. Bei einer Mittelohrerkrankung kann es sinvoll sein, dass der Ohrenarzt ein künstliches "Loch" im Trommelfell anlegt (Parazentese). Soll dieses Loch nicht gleich wieder zuwachsen, so wird ein Paukenröhrchen  in das Trommelfell eingesetzt welches die Form eines Garnrällchens hat. Bis der natürliche Druckausgleich wieder funktioniert, erfolgt dieser über dieses Paukenröhrchen. Zudem kann entzündliches Mittelohrsekret  wie z.B. Eiter abfliessen.

6. Mittelohrentzündungen behandeln und therapieren

Die akute Mittelohrentzündung muss in jedem Fall von einem HNO/ORL Ohrenarzt behandelt und therapiert werden. Dieser behandelnde Arzt verabreicht z.B. abschwellende Nasentropfen, Antibiotika und macht nötigenfalls einen Schnitt in das Trommelfell und nimmt Eiter zur Prüfung im Labor. Die chronische Mittelohrentzündung muss ebenfalls von einem HNO/ORL Ohrenarzt behandelt und therapiert werden. Dieser behandelnde Arzt reinigt und trocknet den Gehörgang bei Eiterung. Dann nimmt er Eiter zur Prüfung im Labor (Antibiogramm) und macht ggf. eine Antibiotika-Therapie bei Eiterung. Es muss darauf geachtet werden, dass beim Baden und Duschen kein Wasser in das Ohr eindringt. Am besten mit einem Gehörschutz. Nach ca. 3 Monaten gibt es allenfalls eine Trommelfellplastik und/oder das Mittelohr muss operativ behandelt werden. Bei der Behandlung von Mittelohrerkrankungen kann es sinnvoll sein, dass der Arzt ein künstliches «Loch» im Trommelfell macht (Parazentese). Dass dieses nicht gleich wieder zuwächst, wird ein sogenanntes «Paukenröhrchen» in dieses Loch eingesetzt. Dies bis der natürliche Druckausgleich wieder funktioniert. Zudem kann allfälliges Eiter abfliessen.

7. Mittelohrentzündung Dauer und Heilung

Eine unkomplizierte akute Mittelohrentzündung heilt in der Regel innerhalb 2-3 Wochen aus.
Eine chronische Mittelohrentzündung:
Ein andauernder Trommelfelldefekt (persistierender) ist das charakteristische Merkmal einer chronischen Mittelohrentzündung, während normalerweise eine Trommelfellperforation innerhalb Wochen zuwächst. Somit ist die Dauer der Heilung von Patient zu Patient unterschiedlich.

7.1. Mittelohrentzündungen häufig bei Kindern

Eine Mittelohrentzündung tritt häufig bei Kindern auf. Ist ein Kind anfällig, so kann man nicht viel dagegen tun und hoffen, dass sich dies im Wachstum erholt. Präventiv helfen Schwimmschütze gegen das Eindringen von Wasser beim Baden und Schwimmen. Dies verhindert den Eintritt von Erregern welche zu einer Mittelohrentzündung führen können.

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Quelle: https://www.audisana.ch/blog/mittelohrentzuendung