Ohrendruck

Was bedeutet Ohrendruck? Wo findet der Ohrendruck statt? Was kann ich tun gegen Ohrendruck? Ohrendruck kann auf verschiedene Arten vorkommen. Sei es beim Fliegen durch den Luftdruckunterschied, ein Unterdruck im Mittelohr, ein nicht als Druck empfindlicher Druck, nämlich der Druck auf den Hörnerv.

1. Ohrendruck Ursachen und Schmerzen

Unser Ohr ist ein Organ und somit anfällig auf äussere Einflüsse. Es gibt eine Vielzahl an Einflüssen und Ursachen welche uns im Zusammenhang mit dem Gehör Schmerzen beifügen können. Ein sehr bekanntes Erlebnis ist der Druckunterschied z.B. beim Fliegen, in der Seilbahn, oder wenn man mit dem Fahrzeug einen Pass herunterfährt. Dies bezeichnet man landläufig als Ohrendruck. Weiterer Druck kann ausgelöst werden durch; Ohrenschmalzpfropf (Cerumen obturans), Fremdkörper im Gehörgang, Tubenmittelohrkatarrh, Menière-Krankheit, Hörsturz.

2. Ohrendruck bei Erkältung

Bei einer Erkältung wird häufig vom Ohrendruck gesprochen. Dies trifft z.B. bei einer Tubenfunktionsstörungen zu, also wenn die Belüftung und der Druckausgleich im Mittelohr nicht funktionieren wie bei einer Mittelohrentzündung.

3. Ohrendruck bei schneller Luftdruckveränderungen heisst Barotrauma

Wenn man an Barotrauma denkt, denkt man häufig als Erstes ans Tauchen und den damit verbundenen Ohrendruck Ausgleich. Taucher müssen sich bereits in der ersten Tauchstunde mit diesem Thema auseinandersetzen, sonst wird es meist Schmerzhaft. Ob es nun ein Überdruck oder Unterdruck ist, beides kann schmerzhaft sein. Wenn unser Hals-Nasen-Rachenraum den Druck über die Eustachische-Röhre (tuba eustachii) nicht ausgleichen kann, oder die Druckveränderung zu schnell erfolgt, kann das Trommelfell eine Perforation oder gar einen Riss (ruptur) erleiden. Aber auch eine Perforation der runden Fenstermembran zum Innenohr kann geschehen. Wasserspringen, Ohrfeigen, Exposionen und dergleichen sind allesamt massive Druckveränderungen welche unser Ohr verletzen, gar nachhaltig verletzen können! Um nun ein Barotrauma zu verhindern, sollte bei einer Mittelohrentzündung (otitis media) oder einer Entzündung der Nasenhaupthöhle (Rhinitis) nicht getaucht werden.

4. Ohrendruck beim Fliegen mit Gehörschutz, Kaugummi oder Medikament entgegenwirken

Das Fliegen ist leider nicht immer zu umgehen. Möchte man ein wenig weiter in die Ferien, so ist dies der schnellste Weg. Jeder kennt diesen Druck im Ohr. Dann hält man die Nase zu und drückt von innen Luft dagegen. So gleicht sich der Druck auf dem Trommelfell in besten Fall aus. Oder man kaut auf einem Kaugummi um den Muskel zwischen Nase-Rachenraum zum Mittelohr zu lösen. Wieso passiert dieser Luftunterschied? Wo ist nun der Luftdruck am höchsten? Je höher wir gehen (z.B auf einen Berg von 2000m), umso mehr nimmt der Luftdruck ab. Es drückt eben weniger Luft auf uns als auf 500 Metern. Setzt nun das Flugzeug schnell zur Landung an, so steigt auch der Luftdruck in der Kabine schnell und eben diese starke Zunahme innert kurzer Zeit drückt sehr stark auf unser Trommelfell. Wenn nun kein Druckausgleich stattfindet oder zu wenig schnell, so wölbt das Trommelfell in Richtung Mittelohr was Schmerzen auslöst. Bei Flugreisen sollte rechtzeitig vor der Landung abschwellende Nasentropfen appliziert werden um eine «verstopfte» Eustachische-Röhre zu verhindern. Alternativ zu Medikamenten kann man auch Standard-Lamellen Gehörschütze einsetzen, welche über einen speziellen Filter eine Art Druckausgleichskammer schaffen sollen und so die schnelle Luftdruckveränderungen hinauszögern.