Audiometrie

Audiometrie ist der Fachbegriff für den allgmein bekannten Hörtest. Eine Audiometrie wird von einem Audiologen durchgeführt – dies kann ein Hörakustiker oder ein HNO/ORL Ohrenarzt sein. Um bei Kindern eine Audiometrie durchzuführen braucht man eine zusätzliche Ausbildung als Pädakustiker.

1. Definition Audiometrie

Das Wort „Audiometrie“ kommt aus dem lateinisch-griechischen und kann mit „hören messen“ oder „Gehör vermessen“ übersetzt werden (audio = hören; metrie = messen). Die Audiometrie gehört heute zu dem Gebiet der Audiologie und wird genutzt, um einen Hörverlust zu diagnostizieren und eventuelle Krankheiten am Hörorgan festzustellen.

2. Audiometrische Messungen

Die Audiometrie wird also von einem Audiologen durchgeführt. Sie wird genutzt um einen Überblick über das Gehör des Patienten zu bekommen. Dabei wird festgestellt, ob ein Hörverlust vorliegt und welchen Schweregrad er besitzt. Auch die Art des Hörstörung und der Ort, welcher beeinträchtigt ist kann herausgefunden werden. Zu guter Letzt helfen audiometrische Messungen dabei ein Hörgerät oder Cochlear – Implantat (CI) auf einen vorhanden Hörverlust einzustellen.

3. Hörakustiker und Ohrenärzte audiometrieren

Es gehört zum Berufsalltag eines Hörakustiker und eines Ohrenarztes als Audiologen eine Audiometrie durchzuführen und einen vorhanden Hörverlust zu klassifizieren.

4. Audiometer – Messgerät zur Durchführung einer Audiometrie Eine Audiometrie wird mit einem speziellen Audiometer – Messgerät durchgeführt. Dieses wird jährlich vom Schweizer Bund (METAS) kontrolliert und geeicht. Innerhalb der Audiometrie können diverse Einzelheiten einer Hörstörung festgestellt werden. Hierzu gehören nicht nur der Schweregrad und die Art der Hörstörung, welche mit Hilfe von Tönen (Frequenzen) gemessen werden. Auch das Verstehen von Sprache in Ruhe oder in geräuschvoller Umgebung gehören dazu, sowie eine Lautheitsempfindung und die Reizweiterleitung über das Innenohr bis hin zum Gehirn können kontrolliert werden. Mit all den Ergebnissen der unterschiedlichen Messungen kann der Hörakustiker anschliessend eingrenzen, welche Hörsysteme für den Kunden geeignet sind.

5. Subjektive und (semi-) objektive Messverfahren

Man unterscheidet in der Audiometrie subjektive und (semi-) objektive Messverfahren. Hierbei geht das es darum, ob der Patient aktiv am Messverfahren beteiligt ist.

6. Subjektive Audiometrie

Bei der subjektiven Audiometrie muss der Patient aktiv angeben, ob und wann er etwas hört und auch als wie laut er es empfindet. Seine Meinung und Wahrnehmung fliesst also in die Messung mit ein. Die häufigsten subjektiven Messungen sind die vom Hörakustiker durchgeführten Ton- und Sprachmessungen.

7. (Semi-) Objektive Audiometrie

Bei der (semi-) objektiven Audiometrie hingegen muss der Patient nicht viel mehr machen als still zu sitzen und abzuwarten bis die Messung durchgeführt wurde. Solche Messungen werden meist von einem HNO/ORL Ohrenarzt durchgeführt und es handelt sich dabei zum Beispiel um eine Tympanometrie, bei der der Trommelfelldruck gemessen wird.

8. Audiometrie = Hörtest

All diese audiometrischen Messungen sind zusammengefasst also nichts weiter als zu deutsch der Hörtest. Zu der Kategorie der Audiometrie gehört auch das Neugeborenen – Hörscreening, welches nach der Geburt im Spital durchgeführt wird. Auch die Brainstem – Electric – Response – Audiometrie (BERA), zu deutsch Hirnstammaudiometrie gehört dazu und wird im Falle eines Hörverlustes bei einem Baby durchgeführt indem kleine Elektronen auf der Kopfhaut platziert werden und Reize messen.

9. Auswertung der Audiometrie

Die Auswertung der durchgeführten Audiometrie erfolgt mit Hilfe einer festgelegten Skala. Zu Beginn der Audiometrie wurde festgelegt, was als Normalhörend gilt. Hierfür wurden zum Beispiel 100 Kunden gemessen und ein Mittelwert als Norm festgelegt. In der heutigen Audiometrie werden die Messergebnisse dann mit dieser Norm verglichen. In der Tonaudiometrie wird der Grad der Schwerhörigkeit damit festgelegt und mit Hilfe der Sprachaudiometrie kann festgelegt werden wieviel Prozent der Patient von der Norm versteht.

10. Erklärungen zur Auswertung der Audiometrie

Wurde eine Ton- und Sprachaudiometrie durchgeführt, so kann der Hörakustiker im Anschluss erläutern, ob und was für ein Hörverlust vorliegt. Dank der Tonaudiometrie kann gesagt werden, dass zB in den hohen – hellen Tönen ein leichter bis mittlerer Hörverlust vorhanden ist (man diese also nicht mehr gut hört) und nach einer Sprachaudiometrie kann beurteilt werden, dass zB noch 65% verstanden wird oder eben ein Hörverlust von 35% vorliegt.

11. Pädakustiker führen die Audiometrie bei Kindern durch

Für die Audiometrie bei Kindern wurde der Beruf des Hörakustikers noch einmal spezifiziert. Auf Grund der Wichtigkeit der korrekten Messung und Einstellung von Hörgeräten bei Kindern gibt es die zusätzliche Ausbildung zum Pädakustiker. Bei Kindern ist es wichtig, dass ein Hörverlust frühzeitig erkannt und therapiert wird, da es sonst weitreichende Folgen bis hin zu einer prälingualen Ertaubung (der komplette Wortschatz geht auf Grund einer Taubheit verloren) haben kann. Um dies zu vermeiden ist die korrekte audiometrische Messung sehr wichtig, damit eine richtige Beurteilung und Einstellung der Hörsysteme vorgenommen werden kann.

12. Hörgerät als Messgerät für die Audiometrie

Heutzutage kann man bei Erwachsenen eine Tonaudiometrie auch direkt über die Hörgeräte vornehmen. Dies nennt sich bei Phonak „audiogramm direct“ und ist ähnlich einer InSitu – Messung, bei der eine Sonde direkt am Trommelfell platziert wird.

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Quelle: https://www.audisana.ch/blog/audiometrie