Hörberatung

Was ist eine Hörberatung? Die Hörberatung findet bei einem Hörakustiker statt und bezeichnet die fachmännische Beratung über das Gehör und Hörgeräte. Ob und wieviel diese erste Beratung etwas kostet ist von Akustiker zu Akustiker unterschiedlich.

1. Hörberatung durch einen Hörakustiker mit eidg. Fachausweis

Die Hörberatung wird in der Schweiz durch einen Spezialisten durchgeführt. Dieser Hörgeräte-Akustiker hat die Ausbildung des Hörakustiker mit eidg. Fachausweis absolviert. Um diesen Titel zu erwerben sind ein bestandenes EFZ oder die Matura nötig, sowie eine 3jährige Berufserfahrung. Damit soll gewährleistet werden, dass genügend Erfahrung vorhanden ist, um die Kunden ausführlich und fachmännisch zu beraten.

2. Die Anamnese in der Hörberatung

Die ausführliche Hörberatung beginnt mit einer Anamnese. Hier werden dem Kunden einige Fragen gestellt zu Themen wie der Grund des Besuches, Krankheiten, welche das Ohr betreffen und bei einem eventuell vorliegenden Hörverlust die Vorgeschichte und persönliche Einschätzung des Kunden selbst.

3. Der Hörtest in der Hörberatung

Ein grosser und wichtiger Punkt bei der Hörberatung ist der Hörtest. Nach einer ersten Anamnese findet dieser statt. Zu erst wird eine sogenannte Tonaudiometrie gemacht. Hier werden dem Kunden über einen Kopfhörer Töne vorgespielt (bei Bedarf auch über einen Knochenleitungshörer, um ein genaueres Ergebnis bezogen auf die Art des Hörverlustes zu liefern) und der Hörakustiker kann anschliessend Art, Grad und Verlauf des Hörverlust einschätzen. Hat der Kunde während des Anamnese keine Probleme angesprochen und ist nur zur Routine beim Hörakustiker, so ist der Hörtest hier bereits beendet. Vorausgesetzt natürlich es liegt kein Hörverlust vor. Fällt jedoch bei diesem ersten Test eine Unstimmigkeit auf, so werden weitere Tests gemacht. Es folgt der Sprachtest, bei dem der Kunde wieder über Kopfhörer Zahlen und Wörter vorgespielt bekommt, die er wiederholen muss. Hiernach kann der Hörakustiker sagen, wieviel Prozent der Kunde versteht und, ob eventuell ein Hörgerät benötigt wird. Des weiteren gibt es noch die Stimmgabeltests (Weber und Rinne) und eine Tympanometrie (Druckmessung am Trommelfell), die jedoch eher von einem HNO/ORL Ohrenarzt durchgeführt werden.

4. Vorgehen der Hörberatung bei einem Hörverlust

Wird in diesen oben genannten Test ein Hörverlust festgestellt, so wird nun in zwei Richtungen weiter gegangen. Zum einen wird der Kunde zum HNO/ORL Ohrenarzt empfohlen, um eine genaue medizinische Abklärung des Hörverlustes vorzunehmen. Zum anderen berät der Akustiker den Kunden nun über Hörgeräte und seine Möglichkeiten mit diesen.

5. Vorgehen der Hörberatung bei einem medizinischen Grund für einen Hörverlust

Der Hörakustiker ist daraufhin ausgebildet zu erkennen, ob eventuell ein medizinischer Grund für einen Hörverlust vorliegt. Hier kommen zum Teil Krankheiten als Ursache in Frage die ggf behandelt werden können/müssen. Dann ist es wichtig, dass der Akustiker dies erkennt und den Kunden zu einem HNO/ORL Ohrenarzt überweist.

6. Tinnitus in der Hörberatung

Auch das Thema Tinnitus hat seinen Platz in der Hörberatung. Der Hörakustiker ist mit diesem vertraut und kann entsprechende Tests durchführen, um den Tinnitus zu bestimmen. Anschliessend berät er zum Thema Tinnitus-Retraining-Therapie und stellt mit dem Kunden gemeinsam einen sogenannten Noiser auf den Tinnitus ein. Diese Noiser sind in vielen modernen Hörgeräten mittlerweile integriert. Da die meisten Kunden mit einem Tinnitus auch einen Hörverlust beklagen, ist diese Kombination der Geräte von Vorteil, da sie den Hörverlust ausgleichen und zugleich den Tinnitus-Noiser beinhalten. Bei Phonak wird dieser Noiser als „Tinnitus Balance Noiser“ bezeichnet und man kann zusammen mit einer Smartphone-App (iOs und Android) eine individuelle Klangtherapie erstellen.

7. Hörgeräte Versorgung nach der Hörberatung

Es kommt zu einer Hörsysteme bzw Hörgeräte-Versorgung, sollte ein nichtmedizinischer Hörverlust vorliegen. Der Hörakustiker ist auch hier der Fachmann für die Elektronik und weiss über die unterschiedlichen Hörgeräte bescheid. Er stellt mit Hilfe des Hörtests oder eines sogenannten Insitu-Verfahrens, bei dem eine kleine Messsonde in den Gehörgang gelegt wird, die Hörsysteme für den Kunden ein. Hierbei müssen unterschiedliche Faktoren berücksichtigt werden. Zum Beispiel wird im asiatischen Raum tonal gesprochen, was in der Einstellung der Hörgeräte durch die Anpassformel Einfluss erhält. Weiterhin ist das Alter des Kunden und die Erfahrung mit vorherigen Hörgeräten wichtig. Nach einer ersten objektiven Einstellung wird der Kunde subjektiv befragt und die Einstellung wird nach seinen Bedürfnissen verfeinert. Um diese Verfeinerung zu unterstützen können sogenannte Perzentilanalysen durchgeführt werden und eine Lautheitsskalierung hilft dem Hörakustiker die Einstellung zu komplettieren.

8. Hörgeräte Probetragen nach der Hörberatung

Nach der Hörberatung durch den Fachmann ist es wichtig, dass der Kunde sich gut aufgehoben und Beraten fühlt. Ein anschliessendes Probetragen der ausgesuchten Hörgeräte hilft sich entscheiden zu können und eine Verbesserung durch die Hörsysteme im Alltag zu spüren. Für den Akustiker bedeutet dies transparent zu sein, um den Kunden bestmöglichst beraten zu können.

Informieren sie sich in unserem Hörcenter Ronner. Wir bietet ihnen einen kostenlosen Hörtest und eine fachmännische Hörberatung durch unser professionell ausgebildetes Personal. Rufen sie uns an unter +41 44 830 00 83 und vereinbaren Sie einen Termin.