Pädakustiker oder Pädaudiologe

Was versteht man unter Pädakustiker? Ab wann muss ein Kind zum Pädaudiologen? Was ist der Unterschied zwischen Pädakustiker und Hörakustiker?  Der Pädakustiker oder Pädaudiologe ist ein auf Kinder weitergebildete und spezialisierte Hörakustiker oder Audiologe.

1. Pädakustiker oder Pädaudiologe für Kinder-Hörgeräteanpassung

Kindern mit einer Hörminderung sollten so früh als möglich Hörsysteme oder Hörgeräte angepasst werden um die Lautsprachentwicklung nicht zu gefährden. Für eine Hörgeräteversorgung zuständig sind Spezialisten wie Pädakustiker oder Pädaudiologen in den Kliniken.

2. Pädaudiologen machen Screeningtest bei Neugeborenen

Pädaudiologen wie Ohrenärzte (HNO/ORL) führen bereits innerhalb der ersten Tagen nach der Geburt eines Neugeborenen einen Hörtest durch. Dieser Test wird «Neugeborenenscreening» genannt. Screeningtest werden nicht nur bei Säuglingen, sondern auch bei Kleinstkindern und behinderten Kindern angewendet. 

3. Pädakustiker machen Spielaudiometrie Hörtest

Bei grösseren Kindern kann ein Pädakustiker als Verfahren zur Hörprüfung eine sogenannte Spielaudiometrie einsetzen. Hier wird spielerisch versucht das Kind dazu zu animieren, bei einem Hörtest Rückmeldung zu leisten. Dieser Hörtest ist dann eine subjektive Audiometrie wo ein Kind aktiv Antwort gibt.

4. Pädakustiker programmiert Hörgeräte oder Cochlear-Implantate

Erhält ein Baby oder ein Kind aufgrund eines Hörverlustes ein Hörgerät oder gar Cochlear-Implantat, so wird dieses vom Pädakustiker auf dessen Hörtest programmiert und eingestellt. Ein Cochlear-Implantat wird über eine Elektrosonde ins Innenohr eingeführt und funktioniert ähnlich wie Hörgeräte.

5. Pädakustiker nimmt Ohrabdruck für Ohrstück (Otoplastik)

Da ein Kinderohr alle paar Monate wächst, muss bei Kindern häufig ein Ohrabdruck anhand einer Silikonmasse genommen werden. Der Aufwand ist gering, dauert das Prozedere im Bestenfall 15 Minuten. Eine Herausforderung stellt sich bei Kindern welche nicht hinhalten möchten, oder bei behinderten Kindern welche den Zweck dahinter nicht verstehen. Hier braucht es Erfahrung und Geduld vom Pädakustiker. Ein dichtes Ohrstück (Otoplastik) ist wichtig, dass ein Hörgerät nicht zu Pfeifen beginnt (Rückkopplung).

6. Pädakustiker zuständig bis Volljährigkeit - danach Hörakustiker

 Der Pädakustiker, resprektive die Pädakustikerin welche auch Hörakustiker ist, begleitet Kinder und Jugendliche bis zur Volljährigkeit (18 Jahre). Danach dürfen alle Hörakustiker diese Hörgeräte programmieren.

7. Kinder mit Hörgeräteversorgungen erhalten mehr IV Zuzahlung

Kinderversorgungen mit Hörgeräten erhalten wegen des Mehraufwandes mehr Geld als Zuzahlung von der IV (Invalidenversicherung). Diese können gesondert abgerechnet werden, da der Aufwand wesentlich höher ist als bei Erwachsenen. Alleine das häufige Wechseln der Ohrstücke benötigt Zeit und Geld.

8. Pädakustiker arbeiten eng mit Logopäden zusammen

Wenn ein Kind eine Kombination von Hörverlust und Sprachbeeinträchtigung aufweist, so arbeiten Pädakustiker und Logopäden eng zusammen. Logopäden sind auf Sprech- und Sprachschwierigkeiten spezialisiert. Lesen Sie mehr hierzu in unserer Rubrik «Logopäden».

Quelle: https://www.audisana.ch/blog/paedakustiker-oder-paedaudiologe